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Würden Sie bis 24 Uhr arbeiten?
Eine Aktion des Bündnisses zum Schutz des Sonntags in Kempten

Sonntagsaktion Kempten 2009Kempten, 4. Dezember 2009, (ak). „Würden Sie bis 24:00 Uhr arbeiten?“, fragte die Allianz für den freien Sonntag, ein kirchlich-gewerkschaftliches Bündnis, die Passanten in Kempten. Die Allianz für den freien Sonntag ist eine gemeinsame Initiative der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), der katholischen Betriebsseelsorge, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (verdi), der evangelischen Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa) und des evangelischen Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (kda).

Die überwiegende Mehrheit sprach sich, für die Initiatoren wenig überraschend, gegen die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten aus.
„Ich bin in der Gastronomie tätig und muss am Wochenende arbeiten, aber ich bin trotzdem gegen die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten, weil ich glaube, dass unsere Familien am meisten darunter leiden.“ machte eine junge Mutter deutlich.

Stefan Ettensberger, Ver.di, Ewald Lorenz-Haggenmüller, Betriebsseelsorge sowie Andrea Kiechle und Erna-Kathrein Groll, beide Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) haben mit der Postkartenaktion zum Protest gegen die Öffnung der Ladengeschäfte am Sonntag, und gegen Mitternachtsshopping eingeladen.
„Scheibchenweise werden die Sonn- und Feiertage ausgehöhlt und der Weg zu einer Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft hin gearbeitet, das können wir auf keinen Fall zulassen.“, betonte die KAB-Diözesanvorsitzende aus Kempten Erna-Kathrein Groll. „Wir kämpfen seit vielen Jahren dagegen an, dass durch immer neue Sonderregelungen und Event-Aktionen den Menschen die Grundlagen für die gemeinsame freie Zeit und damit der soziale Kitt für die Gesellschaft entzogen werden.“

Die Mitglieder der Allianz für den freien Sonntag sind überzeugt, dass noch viele Schlachten zu schlagen sind, bis ein Umdenken für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags und für den Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Verkauf gewonnen sei.

„Das Signal des Bundesverfassungsgerichtes ist immens wichtig, um gegen die schleichende Aushöhlung durch Wirtschaft und Politik ein Zeichen zu setzen. Es unterstützt das öffentliche Bewusstsein für den sozialen Wert gemeinsamer freier Zeit.“, zeigte sich der Betriebsseelsorger Ewald Lorenz-Haggenmüller überzeugt.