22.11.2017

„Brot und Rosen – wenn Frauen für Gerechtigkeit aufstehen…“

Besinnungstage für Frauen im Tagungshaus der Dillinger Franziskanerinnen

„Alles was Recht ist!“ – „Das ist so ungerecht!“ – „Immer sind die Kleinen arm dran!“ – „Warum verdienen Frauen weniger bei gleicher Arbeit?“…
Sehr engagiert und kämpferisch zeigten sich die Teilnehmerinnen der Besinnungstage für Frauen, welche vom 17.11.-19.11.2017 im Tagungshaus der Dillinger Franziskanerinnen unter der bewährten Leitung von Regina Wühr, Diplomreligionspädagogin und Geistliche Begleiterin der KAB stattfanden.

Während der Blick am Freitagabend mehr auf die Ungerechtigkeiten im eigenen Leben und im Hinblick auf Gesellschaft, Politik und Kirche diskutiert wurde und Lösungen dazu gesucht wurden, ging es am Samstagvormittag um die Frauen aus dem Alten Testament und ihre listigen Tricks, wie sie, mit Gottes Hilfe, zu ihrem Recht kamen. Debora, Tamar, Hagar, Susanna, die Hebammen Schifra und Pua dienten u.a. als Beispiele, wie “frau“ mit Geschick, Intelligenz und göttlicher Führung in der Männerwelt nicht unter die Räder kommt.

Am Samstagnachmittag waren zwei engagierte Frauen bereit, über ihr Engagement zu berichten: Annemarie Leigart, ehemalige leitende OP-Schwester aus Oettingen, und Gertrud Schindler, Diplomreligionspädagogin und Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Fremdingen.
Frau Leigart, eine sehr engagierte KAB-lerin, leitet als Stadträtin auch den Integrationstreff ihrer Stadt. Sie erzählte aus den vielfältigen Erfahrungen ihres ehrenamtlichen Einsatzes und wie sie, ohne es eigentlich zu wollen, zu einer leidenschaftlichen Flüchtlingshelferin geworden ist.
Frau Schindler ist ehrenamtliches Mitglied der MAV p.M. im Bistum Augsburg. Sie erzählte sehr lebendig von Seminaren und Schulungen, die sie besucht, um immer auf dem neuesten Stand zu sein, wenn es darum geht, Menschen bei Problemen am Arbeitsplatz in der kirchlichen Welt zu vertreten.

Wie immer war auch dieses Wochenende wieder mit wunderbaren Morgengebeten, geistlichen Impulsen und geistlichen Tagesabschlüssen umrahmt. In einem Bibliolog wurde das Wort Gottes näher betrachtet und Lieder wie der KAB-Schlager „Brot und Rosen“ rundeten die Tage ab.

Ein starker Abschluss war der Gottesdienst in der Christkönig Kirche, den der Direktor der Regens-Wagner-Stiftungen, Pfarrer Rainer Remmele, hielt und alle Teilnehmerinnen tief bewegte, weil er in einfacher Sprache und mit Gebärdenübersetzung gefeiert wurde. Gerade diese einfachen Worte trafen tief und die Freude der Teilnehmer sprang auf uns über. Der Tenor lautete:
Habt keine Angst – Gott liebt Euch! Das konnten die Frauen mit unterschreiben. Bei aller Ungerechtigkeit und Machtlosigkeit, der wir manchmal ausgesetzt sind, taten diese Worte einfach nur gut. Gott liebt uns – er ist an unserer Seite. Er kämpft mit!

Foto: Elke Österle-Braun