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KAB-Aichach blickt in die digitalisierte Arbeitswelt

Ein großes Problem unser jetzigen und zukünftigen Arbeitswelt brachte die KAB Ortsgruppe Aichach bei einer Podiumsdiskussion zur Sprache.

Unter dem Thema „Bedroht die neue Digitalisierungswelle Millionen Arbeitsplätze?“ konnte der KAB-Vorsitzende Manfred Martin auf dem Podium Diplom-Theologen und KAB-Betriebsseelsorger Erwin Helmer und den Augsburger Betriebsrat Kurt begrüßen. Helmer wies eingangs auf die bisherigen drei industriellen Revolutionen mit Erfindung der Dampfmaschine, der Elektrizität und der Digitalisierung hin, wobei jetzt mit Industrie 4.0 die vernetzte automatisierte Industrieproduktion erfolgt. Diese „smarte Fabrik“ steuert sich durch die Vernetzung von Mensch, Maschine und Produktion selber und dezentral. Im Cyper-Physischen System (CPS) arbeiten Mensch und Maschine so eng zusammen, dass sie sogar eine eigene Identität bekommen. Podiumsteilnehmer und Betriebsrat Kurt bringt aus seiner Augsburger Firma aber die Erfahrung mit, dass diese Umstellung ein langsamer Prozess ist und Beharrungseffekte im mittleren und oberen Management noch enorm sind. Tätigkeiten niederer und  mittlerer Arbeiten werden immer weniger. Die Anforderungsprofile und Qualifikationen werden sich massiv ändern wie auch die Entgeltrahmengruppierungen. Erst nach Erstellung der Profile werde der Arbeitnehmer eingruppiert. Das kann auch größere Einkommensverluste zur Folge haben. Roboter arbeiten immer mehr teammäßig mit Menschen am Fließband zusammen, die Roboterabgrenzungen werden fallen. Mit Industrie 4.0 ist nach IAO/BITKOM ein jährliches Wachstum von 1,7% möglich. Da der Arbeitnehmer ständig erreichbar sein soll, fordert Helmer ein „Recht auf Unerreichbarkeit“. Deswegen gehöre auch die Sonntagsarbeit begrenzt.

In der Diskussion tauchte erneut die Zerstörung der bisherigen Schulstruktur auf, da die Betriebe nur noch 7% der Mittelschüler ausbilden. Auch können sich die mittleren Betriebe kaum die teuren Investitionen 4.0 leisten wie Josef Grandy und Gerd Kugler von der CSA ausführlich erläuterten. Positiv bei 4.0 stelle sich u.a. heraus, dass ausgelagerte Produktionen wie bei adidas wieder nach Deutschland zurückkehrten. Fazit nach Helmer muss aber bleiben, dass der Mensch mehr wert ist als nur 4.0.

(v.l.) Dipl. Theol. und KAB-Betriebsseelsorger Erwin Helmer, Aichacher KAB-Vorsitzender Manfred Martin und der Augsburger Betriebsrat Kurt (Foto: Alois Vogg)

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