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Geistliches Wort

Geistliches Wort von Pastoralreferent Ulrich Hoffmann, KAB-Präses im Kreisverband Iller-Donau

Angst essen Seele auf

In Zeiten wie diesen, inmitten gesellschaftlicher Umbrüche (Ukraine-Krieg, Klimawandel, Energiekrise, Inflation ...) dominiert in vielen Herzen und Köpfen die Angst. Angst an sich ist noch nichts Schlimmes - sie warnt uns vor Gefahren. Doch die Angst kann auch lähmen und die Vernunft außer Kraft setzen. Unsere Gesellschaft als Ganze wird heute von Ängsten bestimmt: viele haben in besonderer Weise Angst vor dem wirtschaftlichen Abstieg.

Und das hat ja durchaus einen realen Hintergrund. Immer mehr Arbeitsplätze gehen verloren durch die zunehmende Technologisierung - und das, was wir derzeit davon sehen, ist nur der Anfang. Wer einen Arbeitsplatz hat, muss froh sein, wenn er einen Tarifvertrag hat und keinen zeitlich befristeten oder unterbezahlten Arbeitsplatz. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Inflation und besonders die stark steigenden Energiepreise nähren die Angst vor der Zukunft.
Angst essen Seele auf: Das Mitgefühl und die Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwinden, wenn der eigene Geldbeutel angeblich schmaler wird.
Angst bewirkt, dass ich mich nicht mehr auseinander setzen will mit der Welt außer mir, um mich herum. Dass ich in ein Zeitkokon krieche namens „Früher war alles besser“. Dass ich Tatsachen nicht wahr haben will oder leugne, weil es Veränderung von mir selbst erfordern würde - und meine Lügen dichte ich dann anderen an („Lügenpresse“ schreien statt konstruktive Kritik zu üben, für die es durchaus Anlass gäbe).

„Was nützte es einem, wenn er die ganze Welt gewönne, aber Schaden an seiner Seele nähme?“ Fragt uns Jesus. Und sagt uns: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Vielleicht gibt es nur dieses Mittel gegen die Angst: Vertrauen. Vertrauen, dass im Bund mit Jesus wir nicht bloß eine rosarote Brille aufsetzen, durch die alles lediglich besser aussieht, sondern dass dieses Vertrauen die Grundlage ist, nicht blind vor Angst falsche Schlüsse zu ziehen, sondern die Ursachen der gegenwärtigen Krisen zu bekämpfen, geduldig, mutig („getrost“), damit es besser wird, unbeirrbar von der Angst der anderen.

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