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Geistliches Wort

Geistliches Wort von Pastoralreferent Thomas Hoffmann, Betriebsseelsorge Weißenhorn

Wie geht das zusammen?

Ich genieße den Frühling. Frisches Grün hübscht die kahlen Zweige auf. Statt altem Laub bedecken Gräser und Blumen den Waldbogen. An der Donau in Neu-Ulm haben wir vor einigen Wochen diesen blühenden Ziermandelzweig fotografiert.

Die Blütenpracht, das aufbrechende Leben: Sie wirken fast provozierend angesichts der Nachrichten von Toten, Verwundeten, Geflüchteten. Wie geht das zusammen? Es war nie einfach nur Frühling, immer waren da auch schlimme Nachrichten aus anderen Ländern, persönliche Schicksalsschläge, Arbeitsplatzverlust, Ängste. Dieses Jahr aber hat es der Frühling besonders schwer.

Mir ist ein Text von Shalom Ben-Chorin eingefallen, der auch vertont worden ist: Freunde, dass der Mandelzweig. Shalom Ben-Chorin, ein Münchner, ist als Jude vor den Nazis geflohen und hat den Text 1942 verfasst, „in der trübsten Zeit“:

Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?

Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht.

Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.

Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt,
bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt.

Er hat es besonders schwer, der Frühling, dieses Jahr und lädt doch zur Hoffnung, dass nicht Unterdrückung, Tod, Vernichtung, Ausbeutung, Krankheit … das letzte Wort haben, sondern das Leben, die Liebe, die Solidarität. Eine zutiefst österliche Botschaft.

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