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Geistliches Wort

Geistliches Wort von Pastoralreferent Ulrich Hoffmann, Kreispräses Iller-Donau, Weißenhorn

„Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht“.

Diese Worte aus dem Prophetenbuch Jesaja sind uns sehr vertraut. Immer wieder haben wir sie in der Advents- und Weihnachtszeit gehört. Wir bereiten uns nun mit der Adventszeit auf Weihnachten vor. Damit verbinde ich die Bitte: Die Weihnachtsbotschaft möge uns neu ergreifen.

„Das Volk, das im Dunkel lebt“. Manche waren oder sind von der Corona-Krankheit erfasst. Andere mussten als Kontaktperson einer infizierten Person in Quarantäne leben. Nicht wenige Menschen leiden an fehlenden sozialen Kontakten, eingeschränkter Freiheit und begrenzten Freizeitmöglichkeiten. Viele haben wirtschaftliche Einbußen. Es geht die Angst vor der Erkrankung um. Die Spaltung zwischen Impfgegnern und Impf-Befürwortern vertieft sich und wird immer öfter aggressiv ausgetragen. Der notwendige Abstand zwischen den Menschen und das Tragen des Nasen-Mund-Schutzes sind lästig. Auch das Leben in unseren Pfarrgemeinden und Verbänden hat sich verändert: Viele Treffen fallen aus, für die Gestaltung von Gottesdiensten gibt es Beschränkungen und Vorgaben, selbst private Treffen stehen unter Vorbehalt. 

„Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht“. Wir erleben das Dunkel. Und machen uns mit dem 1. Advent auf den Weg, das Licht zu suchen, das Gott ist. Viele, die die Kirchen für die Adventsgottesdienste nicht aufsuchen können oder wegen der Ansteckungsgefahr nicht besuchen wollen, verfolgen die Sonntagsliturgie über Rundfunk, Fernsehen oder Internet und verbinden sich über diese Medien mit der gottesdienstlichen Versammlung.

Ein helles Licht sehen: Viele entdecken im anderen Menschen das Licht. Gerade junge Leute verteilen im Advent das Betlehem-Licht; andere bieten sich an, für ältere und kranke Menschen Boten- und Einkaufsdienste zu erledigen, über Pfarrbriefe oder über das Internet können wir Anteil haben an Andachten und Meditationen. Es ist wunderbar zu erleben, dass Menschen füreinander ein „helles Licht“ sein können. Das Evangelium vom Christkönigssonntag klingt nach: Was ihr für einen dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan (vgl. Mt 25, 40).

In der Christmette wird uns wieder der Beginn des 9. Kapitel des Jesaja-Buches verkündet. Die Worte werden wir neu hören. Wir hören und lesen die revidierte Einheitsübersetzung, in der es nun heißt: „Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht“. Der Prophet spricht von der Hoffnung, die wir haben dürfen, und wohl auch von der Erfahrung, die das Volk Gottes schon gemacht hat. In der Christmette hören und lesen wir diese Worte neu, da wir uns auf den Weg gemacht haben, das Licht zu entdecken. Und vielleicht dürfen wir dann sagen: Wir haben das Licht schon gefunden. 

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