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10.02.2021

Zwanzig Jahre Partnerschaft mit Tansania – wie kolonial ticken wir (noch)?

Dazu setzten sich 15 engagierte TeilnehmerInnen in einem Online-Workshop mit der Geschichte des Kolonialismus und seinen Nachwirkungen in der heutigen Zeit auseinander

Im Jahr 2000 wurde in der Diözese Songea in Tansania auf Initiative des dortigen Erzbischofs Norbert Mtega die Katholische Arbeitnehmerbewegung Songea gegründet, mit der die KAB Augsburg seither in Dialog und Austausch steht. Über zwanzig Jahre der Zusammenarbeit und mehrerer Partnerbesuche sind seit damals vergangen. Zeit, um Rückschau zu halten und Bilanz zu ziehen. Was haben wir erreicht und wo wollen wir hin?
Postkoloniale Verhältnisse, also das fortgesetzte Wirken kolonialer Machtstrukturen, betreffen nicht nur die Unterwerfung der ehemals kolonisierten Länder unter die westlich dominierte Weltwirtschaft, sondern auch die Kolonialisierung ihrer Kultur und ihres Wissens. So ist es trotz der formalen Unabhängigkeit völlig normal, dass in vielen afrikanischen Ländern bis heute Kinder auf Englisch oder Französisch unterrichtet werden und aus westlichen Schulbüchern lernen, die nicht ihre eigene Geschichte enthalten.

Was bedeutet das nun für uns? Als zentrale Erkenntnis des Workshops setzte sich durch: Auch wir sind Kinder des Kolonialismus. In lebhaften Diskussionen stellen wir fest, dass wir oft gar nicht wissen, was wir tun sollen – es fehlt uns an Verständnis und an medialer Information über die Lebenssituation der Menschen, die außerhalb der westlichen Aufmerksamkeit leben. Vielfach wird aus schlechtem Gewissen oder Mitleid für Projekte gespendet, die weder mit der lokalen Bevölkerung abgesprochen noch langfristig durchdacht sind. Und schließlich: Liegt nicht gerade darin das Problem, dass wir glauben, etwas „für Afrika“ tun zu müssen, anstatt die Frage umzukehren: Wie können wir da, wo wir leben, zu einer gerechteren Welt beitragen, in der allen – auch unseren tansanischen Freunden – zugestanden wird, für sich selbst zu entscheiden und zu sorgen? Der Drang, für die anderen etwas tun zu müssen, zeigt auch, dass wir diese Anderen  oft nicht als handlungsfähige Akteure wahrnehmen können – und im Bild des „weißen Retters“ gefangen bleiben, der den vermeintlichen Fortschritt bringt.

Die Partnerschaft mit der KAB in Tansania geht einen anderen Weg: sie schafft Austausch auf persönlicher Ebene und öffnet Türen, sodass „Andere“ zu Menschen mit Gesichtern und Geschichte werden, denen wir auf Augenhöhe begegnen und die in der Begegnung uns selbst verändern – damit aus postkolonialen Beziehungen zwischen Gebern und Empfängern menschliche Beziehungen zwischen Individuen werden, die voneinander lernen.

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