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13.11.2017

Sage NEIN – zu Ausgrenzung und Unmenschlichkeit

Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht in Memmingen – KAB-Diözesansekretär als Redner

Memmingen, den 10. November 2017 (PM) Die traditionelle Gedenkfeier zur Reichspogromnacht in Memmingen stand in diesem Jahr aufgrund der Schwerpunktsetzung des Redners eindeutig unter dem Schwerpunkt des Rechtsrucks in Deutschland. Der Politologe und KAB-Diözesansekretär Peter Ziegler, der kurzfristig für die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth eingesprungen war, wies nicht nur auf die beschämende Vergangenheit, sondern auch auf die Herausforderungen der Gegenwart hin. Das Gedenken wurde von einem Grußwort des Oberbürgermeisters und Klezmerklängen von Günter Schwanghart begleitet.

Seit vielen Jahren findet an der ehemaligen Synagoge in Memmingen eine Gedenkstunde zur Reichspogromnacht am 9. November statt. Diese Initiative wird getragen von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Alljährlich übernimmt der Oberbürgermeister der Stadt die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung. Die Gedenkredner wechseln sich jedes Jahr ab.

Aufgrund der schwierigen Sondierungsgespräche in Berlin ließ sich die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die ihr Kommen bereits lange vor dem Wahlausgang zugesagt hatte, entschuldigen. In ihre Stelle trat mit Peter Ziegler ein weithin unbekannter Redner, der allenfalls innerhalb der eigenen Reihen – eben bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung – einen Namen hat. Trotzdem waren zu dieser traditionellen Veranstaltung wieder knapp zweihundert Personen gekommen. Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen.

In ebenso ruhigen wie engagierten Worten wies Ziegler auf die Herausforderungen nach den Bundestagswahlen hin. Ausgehend von den Gräueln der systematischen Verfolgung von Juden in den Jahren der Nazidiktatur zog er eine Linie zu den Ereignissen rund um Pegida und der „Partei, dessen Name er nicht benutze“ – wie er wiederholt betonte. Wenn wir das Erinnern an diese bestürzenden Geschehnisse wirklich ernst nehmen würden, müssten wir das in das Hier und Jetzt übertragen und auch heute gegen jede Form der Ausgrenzung angehen.

Er stellte klar: „Wir sind nicht verantwortlich für das, was damals geschehen ist, aber wir sind verantwortlich dafür, dass das nie wieder geschieht sowie dafür, dass das nie wieder in Vergessenheit gerät.“ Er legte dar, dass unsere Gesellschaftsform wieder nachweisen müsse, wofür sie stehe und sich gegen alle Gegner und Vereinfacher wehren müsse. Das sei kein Spaziergang und das müsse wohl erst wieder gelernt werden, aber denjenigen das Feld zu überlassen, die die Demokratie abschaffen wollten, sei eben überhaupt keine Alternative.

Den Text der Rede von Diözesansekretär Peter Ziegler finden Sie unten.

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