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08.10.2018

Spitzengrüne möchten Ladenöffnungszeiten an Werktagen ausweiten

Augsburger Sonntagsallianz trifft Spitzenduo der Grünen: „Wir brauchen einen Tag der Ruhe in der Woche“

Auch mit Katharina Schulze und Ludwig Hartmann haben die Vertreterinnen und Vertreter der Augsburger Sonntagsallianz im Landtagswahlkampf gesprochen. Dabei wurde schnell deutlich, dass das Spitzenpersonal der Grünen an einem arbeitsfreien Sonntag festhalten möchte. Diskussionsbedarf sehen die beiden allerdings bei den Ladenöffnungszeiten an den Werktagen. Die Engagierten der Sonntagsallianz argumentierten gegen diese Position.

Peter Ziegler eröffnete das Gespräch mit der Bemerkung, ohne den größten Erfolg der Augsburger Allianz – die Klage gegen den verkaufsoffenen Sonntag am Duramichele-Sonntag – hätte die zurückliegende Veranstaltung der beiden sicher deutlich weniger Publikum bekommen. Er ging auf die vorangegangenen Gespräche mit anderen Parteienvertretern ein und wies dabei etwa auf die Offenheit der Freien Wähler gegenüber der Abschaffung des Anlassbezugs hin. Da dränge sich die Frage auf, wie die Grünen dies sehen.

Katharina Schulze und Ludwig Hartmann betonten unisono, dass sie strikte Verfechter eines verkaufsfreien Sonntags seien. Für sie gebe es da überhaupt keinen Diskussionsbedarf. Ein wenig kontroverser dagegen sähen sie die Frage nach der Öffnung an den Werktagen. Schulze betonte, die neuen Arbeitszeiten würden es immer weniger Menschen ermöglichen, Lebensmittel zu den üblichen Öffnungszeiten einzukaufen. Hartmann ergänzte, in Großstädten sei es nicht mehr bezahlbar, einen Vorratsraum vorzuhalten. Daher müsse häufiger eingekauft werden – zu atypischen Zeiten.

Silke Klos-Pöllinger betonte, dass sie nicht erkennen könne, dass Ladenöffnungszeiten von zumindest zwölf Stunden täglich nicht ausreichen sollten. Gerade wenn – wie von beiden formuliert – an den Arbeitszeiten festgehalten werden solle, hätten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer genügend Zeit, um Dinge des täglichen Bedarfs zu den üblichen Öffnungszeiten zu bekommen. Dieser Argumentation könne sie nur sehr eingeschränkt folgen.

Auch Hans Gilg machte deutlich, dass er als Betriebsseelsorger weniger die Verbraucherinnen und Verbraucher, sondern vielmehr die Beschäftigten im Einzelhandel im Blick habe. Wenn diese deutlich längere Öffnungszeiten abdecken müssten, hätte das auch Auswirkungen auf andere Bereiche – wie etwa Kindertagesstätten, den öffentlichen Nahverkehr und vieles weitere. Insgesamt sehe er die Gefahr einer Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft heraufziehen.

Ziegler betonte versöhnend, dass auch die Vertreter der Sonntagsallianz einer Analyse der Besuchsfrequenzen im Einzelhandel offen gegenüber stünden. Sollte sich zeigen, dass sich die Einkaufszeiten wirklich verändert hätten – wovon die Engagierten in der Sonntagsallianz nicht ausgehen -, sei dies eine gute Grundlage für weitere Gespräche.

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