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14.04.2015

Offener Brief an AMAZON Konzernchef

Offener Brief an AMAZON Konzernchef Jeff Bezos und Deutschlandchef Ralf Kleber

Sehr geehrter Herr Bezos, sehr geehrter Herr Kleber,

Die unternehmerischen Leistungen des AMAZON-Konzerns sind weltweit beachtenswert und gefragt. Das Bild aber, das AMAZON von unternehmerischer Freiheit verkörpert, wirft einigen Schatten auf das ganze Unternehmen. Davon konnte ich mich in den vergangenen Jahren aus erster Hand  überzeugen, unter anderem durch Kontakte zu Beschäftigten und mit Solidaritätsgruppen in Augsburg, Koblenz, Bad Hersfeld, Pforzheim und anderswo. In Koblenz und in Augsburg konnte ich auf Einladung des Betriebsrats auch an Betriebsversammlungen teilnehmen und zu den Beschäftigten sprechen.

 Was am meisten auffällt ist die Tatsache, dass AMAZON offensichtlich um jeden Preis Tarifverhandlungen umgehen, tarifliche Regelungen vermeiden und die zuständige Gewerkschaft ignorieren will. Ich frage Sie warum?

  • Warum akzeptiert ein Weltkonzern, der hier gute Geschäfte macht, keine Tarifverträge, die nach deutschem Recht Friedens- und Ordnungsverträge sind?
  • Warum will AMAZON hier offensichtlich seine Beschäftigten zum „kollektiven Betteln“ verdammen? So nennt es das Bundesarbeitsgericht, wenn Unternehmen nicht zu fairen Tarifverhandlungen bereit sind.
  • Warum nutzt AMAZON hier alle steuerlichen und öffentlich finanzierten Vorteile und steht nicht zu unseren sozialen Standards wie Mitbestimmung, Tarife,  Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und Soziale Marktwirtschaft?
  • Warum will sich AMAZON nicht an die hohe deutsche Unternehmenskutur halten, die Werte unserer Gesellschaft beachten und die vom Grundgesetz her „unantastbare Würde“ und Freiheit der Beschäftigten schützen? 

Sehr geehrter Herr Bezos,
Sie haben immer wieder neue Ideen und Innovationen, die Sie geschickt und kreativ in die Öffentlichkeit bringen. Ich fände es als die beste Idee, die Würde, die Freiheit und Mitsprache Ihrer Beschäftigten innovativ zu ermöglichen und kreativ voran zu bringen. Ich versichere Ihnen, dann werden Sie Ihre Beschäftigten, Ihre Kunden und die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland und Europa, mich inklusive, für sich gewinnen.

Ansonsten drohen AMAZON weiterhin ein extrem hoher Krankenstand, umstrittene Arbeitsbedingungen, unzufriedene Mitarbeiter und hohe soziale Kosten.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Eine gute Karwoche und sinnreiche Ostern wünscht

Erwin Helmer, KAB-Diözesanpräses, Leiter der Betriebsseelsorge

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