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Adlhochstiftung e. V.

Hans und Anna Adlhochstiftung e. V.

Die „Hans und Anna Adlhoch Stiftung, eingetragener Verein“
verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke
auf christlicher Grundlage im Bereich der Arbeitnehmerschaft.

Die Stiftung fördert insbesondere:

  • die Arbeitnehmer- und Familienbildung
  • die Jugendpflege und Jugendfürsorge
  • die Zwecke der freien Wohlfahrtspflege durch die Christliche Arbeiterhilfe e.V. (Fachverband des Caritasverbandes)
  • die internationale Verständigung der Arbeitnehmer durch Information und Kontakte
  • wissenschaftliche Untersuchungen in Fragen der Arbeitnehmerschaft
  • Vergabe des „Hans-Adlhoch-Preises“ an Personen oder Gruppen aus der Arbeitnehmerschaft, die sich für mehr Menschenwürde, Solidarität und soziale Gerechtigkeit in der Arbeitswelt besonders verdient gemacht haben.


Die Förderung der ersten beiden Aufgaben erfolgt durch Zuwendungen an
Körperschaften, die wegen Verfolgung dieser Zwecke als gemeinnützig anerkannt sind.

Geschichte

Die Hans und Anna Adlhoch Stiftung wurde im Dezember 1983 gegründet. Gründungsmitglieder waren Maria Schieber (Stifterin), Präses Alfred Sauer,
Stefan Höpfinger, Diözesansekretär Helmut Schwarz, Anton Meßmer und
Paul Strenkert, sowie Erika Huber, Josef Steppich, Josef Stöckle und Werner Köppe.
Die Stiftung wird vertreten durch den Vorstand und die Mitgliederversammlung.
Arthur Koschate ist derzeitig Vorsitzender der Stiftung.

Lebensbild Hans Adlhoch

Hans Adlhoch wurde geboren
am 29. Januar 1884 in Straubing.
Das Schreinerhandwerk erlernte er bei seinem Vater.
Im Alter von 27 Jahren übernahm er als katholischer Arbeitersekretär das neu eingerichtete Arbeitersekretariat und katholische Volksbüro in Weilheim.
Im Jahr 1919 kam er als Arbeitersekretär
der katholischen Arbeitervereine (später katholisches Werkvolk – heute Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, KAB) nach Augsburg.

Adlhoch wurde Parteisekretär in der Bayerischen Volkspartei (BVP). Für diese
war er von Dezember 1924 bis 1933 in den Stadtrat von Augsburg gewählt worden.
Als Nachrücker wurde er im Januar 1933 als Reichstagsabgeordneter berufen.
Am 26./27. Juni 1933 erfolgte die erste Verhaftung. Er wurde in sogenannte „Schutzhaft“ (zum Schutz von Volk und Staat) genommen.
Erst nach einer Erklärung, freiwillig auf sein Stadtratsmandat zu verzichten, wurde er
am 4. Juli entlassen und bereits im August erneut eingesperrt. Bis zum März 1935 waren insgesamt fünf Inhaftierungen erfolgt.
1940 wurde Adlhoch zum Militär eingezogen. Nach dem Attentat von Stauffenberg auf Hitler am 20. Juli 1944 erfolgte eine erneute „Schutzhaft“, aus der Adlhoch im September nach Dachau verlegt wurde. 

Am 26. April 1945 wurde das Lager Dachau vor den anrückenden Amerikanern evakuiert. Auch Hans Adlhoch wurde auf den Todesmarsch von Dachau (7000 Häftlinge) ins Ötztal geschickt. Dieser endete in Waakirchen bei Bad Tölz. Entkräftet und von den Misshandlungen gezeichnet wird er nach der Befreiung durch die Amerikaner in ein Lazarett in München gebracht.
Dort stirbt er am 21.5.1945. Seine letzte Ruhestätte fand er im Westfriedhof in Augsburg.

Lebensbild Anna Adlhoch

Anna Adlhoch (geb. Kurz) wurde geboren am 5. April 1876 in Kaspauer (Oberfranken), die Eltern waren Landwirte. Gestorben ist sie am 7. April 1961.
Anna Kurz und Hans Adlhoch heirateten am 6. März 1905 in München. Sie zogen 1910 nach Weilheim und nach dem Kriegsdienst von Hans Adlhoch 1919 nach Augsburg, in die Peutingerstraße 11. Anna Adlhoch war dort die Verantwortliche für den Arbeiterinnenverein und unterstützte ihren Mann in seinem Kampf gegen das NS-Regime. Sie hielt die Kontakte zu den Freunden im Widerstand während der zahlreichen Inhaftierungen ihres Mannes aufrecht.

Die quälende Frage nach dem Schicksal ihres Mannes klärte sich erst nach Kriegsende, als man nach wochenlanger Suche sein Grab im Münchener Nordfriedhof fand. Er wurde später ins Familiengrab am Westfriedhof in Augsburg umgebettet.
Anna Adlhoch wohnte zunächst weiter in der Peutingerstraße 11, später sorgsam betreut von ihrer Adoptivtochter Maria Schieber am Ulrichsplatz.

 

 

Hans-Adlhoch-Preis für gelebte Solidarität in der Arbeitswelt

Verliehen von KAB, CAJ und Betriebsseelsorge in der
Diözese Augsburg, gestiftet von der Hans- und Anna Adlhochstiftung e. V.

Ziel:
- Würdigung der in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit kaum wahrgenommenen „Helden“ des betrieblichen Alltags.
- Herstellung öffentlicher Wahrnehmung für die aktuelle Situation in der Arbeitswelt und unsere Aufgabe als Christen.

Personenkreis:
Einzelpersonen oder Gruppen aus der Arbeitnehmerschaft, die sich um die Mehrung von Menschenwürde, Solidarität und sozialer Gerechtigkeit in der Arbeitswelt verdient gemacht haben.

Vorschlagsberechtigt:
KAB Kreisverbände und Diözesanverband, CAJ-Diözesanleitung und Team der Betriebsseelsorge Diözese Augsburg.

Vergabeentscheidung:
Die Jury besteht aus
- dem KAB-Diözesanpräses
- einem Vorstandsmitglied der Hans und Anna Adlhochstiftung
- einer Person der KAB-Diözesanleitung
- einer Person aus dem Team der Betriebsseelsorge.

Preisträgerinnen und Preisträger:
2012
Inge Christl

(ehem. Schlecker Betriebsrätin)
2013
Helmut Schwering

(ehem. langjähriger Geschäftsführer der Gewerkschaft VER.DI in Augsburg)
2014
Leo Berger

(Betriebsrat der Firma Kögl Trailer in Burtenbach)
2015
Monika Hoffmann

(ehem. Betriebsrätin der Firma AGCO-Fendt in Marktoberdorf)
2018
Helmut Jung

(ehem. langjähriger DGB-Regionsvorsitzender in Augsburg)
2019
Fritz Jenewein

(Betriebsratsvorsitzender der LMV, Lauinger Metallbau- und Veredelungs GmbH & Co. KG)

Weitere Informationen zum Adlhochpreis:

Inter(+)aktiv

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Adresse

Kath. Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)
Diözesanverband Augsburg e.V.
Marcel-Callo-Haus
Weite Gasse 5
86150 Augsburg
Telefon 0821 3166-3515
Fax 0821 3166-3519
peter.ziegler@kab-augsburg.org

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