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Geistliches Wort

Geistliches Wort - 29./30. KW 2018 - von Diakon Georg Steinmetz, Betriebsseelsorge Dinkelsbühl, Donau-Ries

„Der größte Schatz in unserer Kapelle sind die fast 30 Fürbittbücher!“

Mit dieser Aussage wurden wir in der Autobahnkirche Hegau an der schweizerischen Grenze vom dortigen Pfarrer begrüßt. Nicht die sehr alte und ehrwürdige Madonna, nicht die Bilder an den Wänden, nein, die Fürbittbücher sind der Schatz dieser Kirche. Dort vor und in der Emmaus-Kirche wurde eine Lenkpause für Körper und Seele angeboten, erstmals Ende April diesen Jahres. Fernfahrerseelsorger der Betriebsseelsorge und viele Ehrenamtliche der umliegen Pfarrgemeinden, gestalteten dieses Fest am Samstag und Sonntag.

Unterschiedlichste Menschen kamen zu dieser Lenkpause aus nah und fern. Gestrandete Fernfahrer, die sonst auf den Rasthöfen auf den Sonntagabend warten, bis sie wieder weiterfahren dürfen. Fahrer von den umliegenden Rasthöfen wurden direkt an ihrer Fahrerkabine eingeladen, diese Pause mit gutem Essen und guten Gesprächen einzulegen. Osteuropäische Fahrer konnten durch Dolmetscherbegleitung mit uns sprechen, ihre Sorgen Nöte mit uns teilen. Sie erzählen von ihren Familien und der Einsamkeit auf den wenigen Quadratmetern ihrer Kabine. Und sie erzählen uns von ihrem schlechten Lohn und den schlechten Arbeitsbedingungen. Oft sind sie monatelang auf Achse, sehen ihre Familien in dieser Zeit nur mit ihrem Tablet-Computer, dem einzigen Kontakt zur Heimat. Einem dieser Fahrer ist gerade dieses wichtige Gerät kaputt gegangen. Er bricht auf, 15 km hin, 15 km zurück, zum nächsten Elektronikladen, um ein neues Gerät zu besorgen, das Fenster zu seiner Frau und den Kindern in der fernen Heimat.

Ein weiterer erzählt von seinem Erstaunen, dass Menschen wie wir die Seelsorger, auf dem Parkplatz auf ihn zugehen, uns bei ihm für seine Arbeit bedanken und ihn dann auch noch zu diesem Fest der Lenkpause einladen. In seinen Äußerungen war eine tiefe emotionale Rührung zu spüren. Er erzählt, dass er oft, wenn er an einer Autobahnkirche vorbeikommt anhält, in diese Kirche mit ihren offenen Türen und dem Fürbittbuch eintritt und dann gerne mit anwesenden Menschen ins Gespräch kommt. Er fährt anders weiter als er gekommen ist, sagt er. Nichts ist in den vielen Gesprächen von Fernfahrerromantik zu spüren. Fahren ist ein Knochenjob, ohne Anerkennung derer, für die sie unterwegs sind. Uns alle!

„Das Wertvollste sind die Fürbittbücher!“ Ja, vielerlei Sorgen sind dort eingeschrieben, Dankbarkeit erzählen andere Einträge und wieder andere bitten in vielerlei Anliegen. Gott und allen Leserinnen und Lesern wird aus dem Innersten der Seele mitgeteilt. Offene Kirchentüren, offen liegende Fürbittbücher laden uns alle ein, die vielfältigsten Anliegen mit Gott und unseren Mitmenschen zu teilen.

Bilder: G. Steinmetz

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