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Geistliches Wort

Geistliches Wort - 39./40. KW 2018 - von Pastoralreferent Thomas Hoffmann, Betriebsseelsorge Dinkelsbühl-Donau/Ries

Nicht einmal Zeit zum Essen

„Achtung! Dieser Tag kann Spuren von Müssen enthalten“ (den Spruch verdanke ich meiner Tochter). Wenn es denn nur Spuren wären!

Anforderungen in der Arbeit, Verpflichtungen im privaten Bereich, da der Abend in der KAB, dann das Treffen der Gewerkschaft, eine Veranstaltung, die mich interessiert, ach ja, die Email-, WhatsApp und sonstigen Nachrichten wollen gelesen und beantwortet sein und informiert sein über dies und jenes verlange ich von mir … So viel „Müssen“, dass ich fast keine Zeit zum Essen finde.

Der Evangelist Markus erzählt ganz Ähnliches von den Aposteln, die Jesus zuvor ausgesandt hatte:

„Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein.“ (Mk 6, 30-32)

Die Geschichte geht weiter: Die Leute haben den Braten gerochen, sich sofort aufgemacht und erreichen noch vor Jesus und den Aposteln die vermeintlich einsame Gegend. Nichts war es mit dem Alleinsein, dem Ausruhen. Nur die kurze Zeit der Überfahrt ist Jesus und den Aposteln geblieben zum Atemholen, zum Ausschnaufen. Danach sind sie gleich wieder gefordert, lassen sie sich fordern. Immerhin schließt sich die Geschichte mit der Brotvermehrung an, wo es ausreichend zu essen gibt.

Es gibt schlechte und es gibt bessere Gründe, im durchgetakteten Alltag keine Zeit zum Essen zu finden:

Zu letzteren gehören für mich etwa die Demo für ein buntes Bayern, mit KAB-Freunden Unterschriften sammeln für die Zulassung eines Volksbegehrens gegen den Pflegenotstand, die Kinder zum Turnen oder Musikunterricht bringen, jemand zum Arzt begleiten oder einen Geflüchteten zu einer Behörde, mich für eine Arbeitskollegin, die in Schwierigkeiten steckt, einsetzen, mich über meine Aufgaben und Rechte als Betriebsrat informieren, … so viele bessere Gründe, um wie die Apostel keine Zeit zum Essen zu finden.

Irgendwann merke ich freilich, ohne einen gemeinsamen Spaziergang, eine entspannende Lektüre, ohne Momente der Stille, ohne gemeinsame Mahlzeiten, ohne einen freien Sonntag, ohne Gottesdienst, ohne einen gemütlichen Abend mit Freunden … verliere ich die Lust und die Kraft, mich dort zu engagieren, wo ich gefordert bin in der Arbeit, der Familie, in KAB, Gemeinde, Gewerkschaft, Partei, Verein, wo immer.

Denn nichts essen ist einfach auch keine Lösung.

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