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NiedrigverdienerInnen sind die Verlierer der Corona-Krise

Warum es jetzt eine Anhebung des Mindestlohns braucht

Die Corona-Krise trifft auch in Deutschland die sozial Schwächsten überproportional hoch. Das zeigt der aktuelle Verteilungsbericht der Hans-Böckler-Stiftung für das Jahr 2020. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Stiftung hat anhand einer repräsentativen Erwerbspersonenbefragung festgestellt: Diejenigen, die schon vor der Krise sehr wenig verdienten, haben doppelt so häufig Einkommensverluste erlitten wie Menschen mit hohem Einkommen. Insgesamt waren 32 % aller deutschen Haushalte bis Juni 2020 von Einkommenseinbußen durch die Corona-Krise betroffen. Bei den Haushaltseinkommen unter 900 € sind dagegen ganze 49 % - also jeder zweite – betroffen, während Befragte mit einem Haushaltseinkommen über 4500 € nur zu 26 % von Einkommensverlusten berichten.
Es überrascht wenig, dass zudem prekär Beschäftigte etwa in Leiharbeit oder Werkverträgen besonders häufig und überdurchschnittlich hoch von Lohneinbußen betroffen sind. Arbeitsverhältnisse mit Tarifbindung und betrieblicher Mitbestimmung erhöhen die Chance, dass Einkommensverluste zumindest begrenzt werden.

Corona ist auch eine Klassenfrage

Was die Zahlen nicht abbilden: auch die gesundheitlichen und psychosozialen Folgen der Pandemie sind ungleich verteilt. Wie das Beispiel der fleischverarbeitenden Fabriken gezeigt hat, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen sozialer Klasse und Infektionsrisiko. Auch hatten die sozioökonomisch schwachen Schichten der Bevölkerung in Zeiten des Lockdowns keine andere Wahl, als in den Städten in schlechten Wohnverhältnissen zu verharren und den öffentlichen Verkehr zu benutzen, während andere sich aufs Land oder in Zweithäuser zurückziehen konnten.
Die Kosten der Krise sind ungleich verteilt und werden die Kluft zwischen Arm und Reich weiter auseinandertreiben, wenn nicht politisch gegengesteuert wird. Mehr denn je braucht es jetzt eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns, wie die KAB in ihrer bundesweiten Kampagne fordert.

Demokratie braucht soziale Sicherung

Dies ist nicht nur im Interesse der Betroffenen: Menschen mit niedrigem Einkommen lehnen die Corona-Maßnahmen deutlich stärker ab, zweifeln häufiger an der Gefährlichkeit des Virus und stimmen verschwörungstheoretischen Aussagen doppelt so oft zu wie die hohen Einkommensgruppen. Das zeigt: Demokratie braucht soziale Sicherung! Wer ohnmächtig in eine unsichere Zukunft blickt, die er nicht beeinflussen kann, verliert auch Vertrauen in das demokratische System. Das Gefühl, keine Kontrolle über das eigene Leben zu haben, macht anfällig für Verschwörungstheorien – man hat das Spiel zumindest „durchschaut“ und kompensiert damit das unerträgliche Gefühl der eigenen Machtlosigkeit. Eine Krisenpolitik, die ökonomisch schwache und besonders betroffene Bevölkerungsgruppen deutlich stärker unterstützt, ist eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit letztlich in die Zukunft unserer Demokratie.

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