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Geistliches Wort

Geistliches Wort von Pastoralreferentin Martina Berndt-Hoffmann, Betriebsseelsorge Weißenhorn

Christlich geht anders!

Wenn in einer der vielfältigen Fernsehquizsendungen danach gefragt würde, wessen 130. Geburtstag am 15. Mai gefeiert wurde, wieviel richtige Antworten gäbe es dann wohl?

Um das Geheimnis zu lüften: Am 15.Mai 1891 veröffentlichte Papst Leo XIII. das erste päpstliche Sozialrundschreiben „Rerum novarum“(RN) („Über die Arbeiterfrage“). Galt bis dahin die kirchliche Morallehre vor allem dem Verhalten des Einzelnen, meldete sich nun die Kirche zu einer schwerwiegenden gesellschaftlichen Entwicklung öffentlich zu Wort. Dies war die Geburtsstunde einer kirchlichen Sozialverkündigung mit ganz neuen Maßstäben. Dahinter stand der Gedanke: christlich geht anders.

Um was geht es Leo XIII. in seinem Sozialrundschreiben? Er schreibt „ das gegenseitige Verhältnis der besitzenden Klasse und der Arbeiter hat sich wesentlich umgestaltet; das Kapital ist in den Händen einer geringen Zahl angehäuft, während die große Menge verarmt;.....Dieses alles hat den sozialen Konflikt wachgerufen, vor welchem wir stehen.“ (RN  1)

Zu diesem sozialen Konflikt nimmt die Kirche nun Stellung. Leo XIII. kritisiert deutlich die sklavenähnlichen Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und fordert einen gerechten Lohn: „…unehrenvoll und unwürdig ist es, Menschen bloß zu eigenem Gewinn auszubeuten…“ (RN 16)“Dem Arbeiter, dem ihm gebührenden Verdienst vorenthalten, ist eine Sünde, die zum Himmel schreit.“(RN 17) – für die damalige Zeit extrem fortschrittliche, ja fast revolutionäre Gedanken. Er sagt den Menschen seiner Zeit damit: christlich geht anders!

Darüber hinaus geht Papst Leo auf die Frage des Eigentums ein: er betont das Recht, Eigentum zu besitzen, aber auch die damit verbundene Verpflichtung, dieses zum Wohl anderer einzusetzen. Außerdem hält er eine staatliche Sozialpolitik für notwendig. Er fordert vom Staat „wirksame Schutzmaßregeln“ (RN28) für den Einzelnen und das Gemeinwohl. Damit gibt er die ersten Impulse für die Idee der Sozialen Marktwirtschaft.

In der Zeit bis heute folgten kirchliche Äußerungen, die diese Gedanken weiterdachten, aber auch die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen weltweit aufgriffen. So verurteilt Papst Franziskus unser heutiges Wirtschaftssystem mit dem Satz „Diese Wirtschaft tötet“ (Evangelii gaudium 53)

Magdalena Holztrattner, die Leiterin der Katholischen Sozialakademie Österreichs beschreibt die Rolle der Soziallehre heute so: „Die Soziallehre der Kirche ist kein Kochrezept, das Punkt für Punkt und ohne Abweichungen vorgibt, wie das gute Zusammenleben aller gelingen kann. Man kann sie auch als Ethik der Gesellschaft bezeichnen, da sie darüber reflektiert, welche sozialen Strukturen eine Gesellschaft braucht, damit alle Menschen gut in ihr leben können.“

In Österreich gibt es seit 2016 die Initiative „christlich geht anders“, in der Christinnen und Christen gemeinsam versuchen, Antworten auf die soziale Frage zu finden. Die Initiative möchte sich dabei auf die Seite der Ausgegrenzten stellen und das Ziel der sozialen Gerechtigkeit ins Zentrum gesellschaftspolitischer Debatten rücken.

Lassen wir uns als KAB und Betriebsseelsorge hier vor Ort ebenfalls von der Soziallehre anregen, die Situation in der Arbeitswelt in den Blick zu nehmen und auf Missstände bewusst hinzuweisen: christlich geht anders!

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